Soziale Sicherheit

Das Szenario 2035

Die positive wirtschaftliche Entwicklung hat zu Vollbeschäftigung geführt. Es gibt genügend Fachkräfte in Deutschland und ein Bildungs- und Ausbildungsprogramm hat zur erfolgreichen Integration von Geflüchteten geführt. Der Zusammenhalt ist hoch und der Sozialstaat genießt große politische und gesellschaftliche Unterstützung. Er befähigt Bürger:innen dazu, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.


Die Empfehlungen

  • Prinzip der Befähigung umsetzten mit einer Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung
  • Recht auf einen beruflichen Erstabschluss
  • Vermögensbildung von Arbeitnehmer:innen unterstützen
  • Absicherung von Selbständigen, auch in Kleinstunternehmen, Wechsel vereinfachen
  • Zukunftsfestes Rentensystem mit flexiblem Eintritt und Berücksichtigung der Gesundheit
  • Campus-Modelle für Kitas und Schulen: Ganztägig verfügbare Angebote an einem Ort.
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Die Arbeitslosigkeit wird mit dem Anteil im Ausland geborener arbeitsloser Einwohner:innen an den erwerbsfähigen (15- bis unter 65-jährige) im Ausland geborenen Einwohner:innen angegeben.

Die Arbeitslosigkeit dieser Gruppe ist im europäischen Kontext erfreulich gering und nur wenig höher als die durchschnittliche Arbeitslosenrate in Deutschland gesamt. Das zeigt, dass die in den letzten Jahren verstärkten Maßnahmen zur Integration (Sprach- und Integrationskurse, aber auch eine breite öffentliche Debatte) doch fortgeschrittener und erfolgreicher sind als bisher angenommen. Trotzdem ist Arbeitslosigkeit unter Bürger:innen mit Migrationshintergrund ein Thema, die Quote liegt hier wesentlich höher als der Durchschnitt. Hier müssen noch weitere Anstrengungen in Richtung Teilhabe an Bildungs- und Aufstiegschancen unternommen werden.

Der Anteil der Schulabgänger:innen ohne Hauptschulabschluss gibt an, wie viele Schulabgänger:innen keinen Abschluss erworben haben.

Ø DE: 6,6 Prozent

Hier ist Handlungsbedarf: diese Gruppe hat nicht nur das höchste Risiko, arbeitslos zu werden, sie kann auch wahrscheinlich in dem anstehenden Veränderungsprozess nicht mithalten. Besorgniserregend ist die Verteilung der Quoten in Deutschland und das starke Gefälle: zwischen unter 5 Prozent und bis über 10 Prozent ist eine nicht akzeptable Spanne. Die schwierigen Lagen konzentrieren sich im Norden und Osten unserer Republik mit einem Einsprengsel Saarland und Rheinland-Pfalz. Hier müssen mit Unterstützung des Bundes verstärkte Maßnahmen unternommen werden: der Rechtsanspruch auf einen Schulabschluss und die gezielte Förderung von Kitas und Grundschulen zur Stärkung der frühkindlichen Bildung in den bildungsfernen Schichten.

Der Anteil der Beschäftigten ohne beruflichen Ausbildungsabschluss gibt an, wie viele Beschäftigte keinen anerkannten Berufsabschluss aufweisen können.

Ø DE: 12,3 Prozent

Der Anteil an Beschäftigen ohne anerkannten Berufsabschluss scheint sehr hoch, allerdings ist zu berücksichtigen, dass nicht jeder Mensch, der keinen anerkannten Berufsabschluss hat, unqualifiziert ist. Es gibt viele firmen- und brancheninterne Qualifikationen; auch in den Zukunftsbranchen wie der IT gibt es noch nicht viele anerkannte Abschlüsse. Gerade hier geht der Wandel so schnell, dass die langen Verfahren zur Anerkennung der Abschlüsse nicht Schritt halten können. Das zeigt auch, dass die räumliche Verteilung des Anteils an Beschäftigten ohne anerkannten Abschluss nicht unbedingt der wirtschaftlichen Stärke folgt. Um hier steuern zu können, sind wesentlich flexiblere Regelungen für die Anerkennung von Berufsabschlüssen notwendig. Es ist zu berücksichtigen, dass im Einigungsvertrag mit der DDR sehr viele Berufsabschlüsse anerkannt wurden. Das erklärt das Ost-West Gefälle.

Die Teilnahmequote gibt den Anteil der 25- bis 64-Jährigen an, die in den letzten 4 Wochen an Bildung und Weiterbildung teilgenommen haben.

Da ist sehr deutlich noch Luft nach oben – der EU-Durchschnitt liegt bei 9,2 Prozent. Es ist klar: Nur wenn sich die Menschen in Deutschland ständig weiterbilden, können sie mit dem rasanten Wandel der Arbeitswelt Schritt halten und vor allem die Chancen nutzen, die sich aus der Digitalisierung ergeben. In den Niederlanden und Schweden scheint die Weiterbildung selbstverständlicher zu sein. Um hier weiterzukommen, müssen wir nicht nur die Weiterbildungsmöglichkeiten auch außerhalb der Unternehmen stärken, sondern auch die Zielrichtung neu definieren. Weiterbildung ist kein Add-on im akuten Notfall, sondern die Basis für eine kontinuierliche Entwicklung und muss deshalb Priorität haben.