Innovation

Das Szenario 2035

Deutschland erlebt eine Innovationsrenaissance. ‚Created by Germany‘ ist das neue Qualitätssiegel. Der Innovationsgrad, die Produktivität und wirtschaftliche Kreativität sind hoch. Unser industrieller Kern wird durch Industrie 4.0 weiterentwickelt. Es entstehen datenbasierte neue Geschäftsmodelle und neue Schlüsseltechnologien.


Die Empfehlungen

  • Sprunginnovationen gezielt fördern. Regulierung testen, dann Reallabore in Praxis umsetzen.
  • Investitionen in F&E auf 3,5 Prozent des BIP. Höhere Anreize für Wagniskapital und Digitalisierung.
  • Digitale Transformation durch KfW fördern, Wettbewerbsrecht anpassen, KMU beraten.
  • Gründungen erleichtern und e-Government vorantreiben.
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Die Patentanmeldungen werden als Anzahl der Anmeldungen durch Bewohner:innen ausgewiesen sowie in Relation zur Einwohner:innenzahl gesetzt.

Bei der Zahl der Patentanmeldungen von Bewohner:innen lag Deutschland im Jahr 2019 in unserem Ländervergleich auf Platz vier hinter China, den Vereinigten Staaten und Japan. Dies entspricht etwa dem Doppelten des OECD-Durchschnitts sowie mehr als der dreifachen Anzahl der Anmeldungen in Frankreich.

Im historischen Verlauf liegt die Zahl seit Beginn der 2000er Jahre in einem Seitwärtstrend, zuvor war sie seit der Wiedervereinigung dynamisch angestiegen. In der Branchensicht sind relevante Treiber der Anmeldungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Instrumente.



Im Vergleich zur absoluten Anzahl der Anmeldungen je Einwohner:in zeigt sich in der relativen Betrachtung ein ähnliches Bild mit Deutschland auf dem vierten Platz, aber knapp unter dem OECD-Durchschnitt. In diesem Fall nimmt Japan den Spitzenplatz ein. Auffällig ist die in der relativen Betrachtung deutliche Einengung des Vorsprungs der Vereinigten Staaten vor Deutschland.

Die IKT-Patentanmeldungen werden als Anzahl der Anmeldungen durch die Bewohner:innen in Relation zur Bevölkerungszahl ausgewiesen. IKT steht für Informations- und Kommunikationstechnik.

In unserem Ländervergleich liegt Deutschland zum Betrachtungszeitpunkt hinter Japan und Schweden gleichauf mit den Vereinigten Staaten bezogen auf die Patentanmeldungen im IKT-Sektor je Million Einwohner:innen.

Auffällig ist das Abfallen gegenüber Schweden: Während bezogen auf alle Anmeldungen in Deutschland ungefähr drei Mal so viele Patente wie in Schweden angemeldet werden, kehrt sich das Verhältnis bezogen auf den IKT-Sektor um: In Schweden wird je Bewohner:in mehr als das 1,5-fache an Patenten gegenüber Deutschland angemeldet. Dies reflektiert den jeweiligen Branchenmix in beiden Ländern.



Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.

Ø DE: 3,19 Prozent

Im Vergleich der Bundesländer zeigt sich mit der Ausnahme von Berlin ein klares Süd-Nord-Gefälle sowie ein stark unterdurchschnittliches Abschneiden der nordöstlichen Bundesländer. In Baden-Württemberg und Bayern spiegeln sich die anteilig sehr hohen Ausgaben der Wirtschaft wider.

Auch in Hessen und Niedersachsen übersteigen die Ausgaben der Wirtschaft in Bezug auf das BIP deutlich die der Hochschulen sowie staatlichen und privaten Organisationen. In den vorgenannten Bundesländern wird damit jeweils prozentual bezogen auf das BIP mehr für Forschung und Entwicklung ausgegeben als in Deutschland insgesamt. Alle anderen Bundesländer fallen gegenüber dem Durchschnitt auf Bundesebene mehr oder weniger deutlich ab.

Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.

Deutschland liegt im Bereich der Ausgaben für F&E mit 3,2 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt von mageren 2,1 Prozent BIP-Anteil. Dabei liegt es zwar hinter dem Spitzenreiter Schweden (3,4 Prozent), aber hat seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung über die letzten Jahrzehnte deutlich um über 60 Prozent, erhöht. Das ist jedoch kein Grund zum Ausruhen – im selben Zeitraum hat China beispielsweise dreimal so viel wie die EU in Forschung und Entwicklung investiert. In den OECD-Ländern kommt der Löwenanteil, ca. 70 Prozent, der Investitionen aus der Privatwirtschaft. Wichtig ist, dass staatliche Investitionen hier komplementär eingesetzt werden, um ein crowding-out privater Innovationstätigkeit zu vermeiden, aber bereit zu sein, Schlüssel- oder Großprojekte voranzubringen.

Die Unternehmensgründungen in technologie- und wissensintensiven Branchen je 10.000 Erwerbsfähige bilden die High-Tech-Gründungsintensität. Zu den Branchen zählen technologieorientierte Dienstleister und forschungsintensive Industrien.

Ø DE: 2,4

Betrachtet man die Hightech-Gründungen zeigt sich analog zu den internen F&E-Ausgaben ein Süd-Nord-Gefälle. Eine Analogie liegt ebenfalls in Bezug auf das überdurchschnittliche Wachstum von Berlin vor. Dieses strahlt gegebenenfalls auf Brandenburg aus, jedenfalls fällt Brandenburg nicht so stark ab, wie dies bei den internen F&E-Ausgaben der Fall ist. Gleiches gilt ebenfalls für Schleswig-Holstein.

Erkennbar ist, dass strukturschwache Regionen auch in der Dimension der Hightech-Gründungen abfallen. Attraktive Standorte, seien es vorhandene Kapitalgeber oder Universitäten bzw. auch die Anziehungskraft der Region selbst, schneiden deutlich besser ab und schaffen damit gute Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung der jeweiligen Szene.

Der eGovernment Benchmark 2020 bewertet den Fortschritt europäischer Länder bei digitalen Verwaltungsleistungen. Ausgewiesen wird das durchschnittliche Ergebnis auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent.

Deutschland liegt in Betrachtung des Fortschritts der digitalen Verwaltungsleistung knapp unter dem EU-Durchschnitt und insgesamt auf dem achten Platz in unserem Ländervergleich. Klarer Spitzenreiter ist Österreich, aber auch Länder wie Spanien oder Italien liegen vor Deutschland.

Dieser Indikator weist eine Wechselwirkung mit der Anzahl der (Hightech-)Gründungen auf. Unternehmensgründungen könnten durch digitalisierte Verwaltungen erleichtert werden. Neben dieser Dimension macht auch die Corona-Pandemie deutlich, welchen Stellenwert der Fortschritt der Digitalisierung hat, um den Zugang zu Verwaltungsleistungen sicherzustellen.