Das Szenario 2035
In einer veränderten Welt hat Deutschland mit seinen Partnern seine Anstrengungen für ein freies und sicheres Land verstärkt. Integrierte Sicherheit wird als besondere Stärke gesehen. Durch Innovationsschübe sind deutsche und europäische Sicherheitslösungen in Bezug auf Cybersicherheit etabliert worden. Kritische Infrastrukturen werden so erfolgreich und autonom durch eigene Dienstleister geschützt. Das gesellschaftliche Vertrauen in die staatlichen Sicherheitsbehörden befindet sich auf sehr hohem Niveau. Staatliche Behörden sorgen für die Durchsetzung geltender Regeln im öffentlichen Raum.
Die Empfehlungen
- Gemeinsame europäische Sicherheitsarchitektur
- Smarter Föderalismus mit Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg
- Zertifizierte IT-Sicherheitsdienstleistungen, besonders für KMU
- 100-prozentige Kooperation zwischen nationalen Sicherheitsbehörden, kompatible IT-Systeme
- Aufbau eines europäischen Cyberabwehr-Zentrums
Die Verteidigungsausgaben werden als Anteil am Bruttoinlandsprodukt ausgewiesen.
Deutschlands Verteidigungsausgaben sind weiter unterdurchschnittlich.
Der Verteidigungsetat Deutschlands beträgt im Jahr 2023 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das ist mehr als im Vorjahr (1,4 Prozent), aber noch immer deutlich weniger als im EU-Durchschnitt – die Lücke vergrößerte sich sogar. Über zwei Prozent (NATO-Ziel) bringen bisher die Polen, die Vereinigten Staaten, Estland, das Vereinigte Königreich, Ungarn und Frankreich auf. Besonders in Osteuropa sind die Verteidigungsausgaben unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine deutlich gestiegen. Damit Deutschland seine Bündnispflichten in der NATO erfüllen kann sind noch erhebliche Anstrengungen nötig. Ersten Schätzungen zufolge soll Deutschland im Jahr 2024 das Zwei-Prozent-Ziel aber erreichen. Die Verteidigungsstruktur Europa ist aber auch gemeinsam zu denken. Kooperationen mit den Nachbararmeen kommen eine wichtige Rolle zu.
Die Effizienz der (Beschaffung in) Bundeswehr sollte dringend verbessert werden. Eine alleinige Erhöhung des Budgets wird nicht ausreichen. Noch verschlingen auch bürokratische Prozesse zu viel Geld.
Zur Bewertung der Cyberkriminalität wird Cybercrime im engeren Sinne betrachtet. Dazu zählen Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten (Definition BKA).
Ø DE: 159Cybercrime in Deutschland leicht rückläufig.
Wurden 2021 noch 176 Fälle pro 100.000 Einwohner:innen registriert, waren es 2023 noch 159. In Relation zu Bevölkerung wurden in der Bundeshauptstadt Berlin die meisten Fälle erfasst (589 je 100.000 Einwohner:innen). In Mecklenburg-Vorpommern waren es die wenigsten (50 je 100.000 Einwohner:innen).
In einer zunehmend digitalisierten Welt gewinnt die Bekämpfung von Cyberkriminalität immer mehr an Bedeutung. Cyberangriffe verursachen nicht nur erhebliche Schäden für den Staat, sondern auch für die Wirtschaft. Laut dem Digitalverband Bitkom beliefen sich die Schäden im Jahr 2023 auf 206 Milliarden Euro.
Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen und Unternehmen müssen weiter bekämpft werden. Der Sensibilisierung jedes Einzelnen kommt dabei eine wichtige Rolle zu, denn häufig ist der Faktor Mensch das Einfallstor.