Know-How

Das Szenario 2035

Es besteht ein Vertrauensverhältnis in der Gesellschaft mit konstruktivem Dialog und einer lebendigen Zivilgesellschaft. Es gibt wieder mehr deutsche Nobelpreisträger:innen. Ideenreichtum, Know-how und gute Umsetzungsmöglichkeiten sind die Grundpfeiler dieser Entwicklung. Gute Bildung und Ausbildung sind gewährleistet. Dadurch wird die Gesellschaft als fair empfunden und es werden alle Ressourcen mobilisiert.


Die Empfehlungen

  • Zukunftsplan von frühkindlicher Bildung bis zum lebenslangen Lernen mit Fokus auf digitale Bildung und Ganztagsschulen
  • Verpflichtende Sprachförderung. Alltägliche Finanz- und Digitalkompetenz fördern.
  • Gründerkultur und Grundfinanzierung Hochschulen stärken.
  • Ausstattungsoffensive für Berufsschulen.
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Letzte Aktualisierung: November 2023

Die PISA-Studien untersuchen die Schulleistungen von 15-Jährigen in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematische Kompetenz und Naturwissenschaftliche Kompetenz.

Deutschland genügt seinen Ansprüchen nicht und fällt weiter ab.

Der Rückgang von 2018 auf 2022 in Deutschland ist in allen Kategorien stärker ausgeprägt als im OECD-Durchschnitt. Bei den mathematischen Kompetenzen und den Lesekompetenzen ist Deutschland 2022 nur noch knapp über dem OECD-Durchschnitt. Die naturwissenschaftlichen Kompetenzen sind nach wie vor Deutschlands beste Kategorie. Japan schneidet in allen Kategorien am besten ab und ist sogar stärker als 2018. Auffällig ist die große Diskrepanz der Vereinigten Staaten zwischen den einzelnen Kategorien.

Schüler:innen sind die Fachkräfte von morgen. Sieht man das Gesamtbild mit jährlich etwa 50.000 Schulabgänger:innen ohne Abschluss zeigt sich, dass Deutschland erhebliche Anstrengungen unternehmen sollte, um das Bildungssystem zu stärken.

Sprachlicher Förderbedarf sollte frühzeitig vor der Einschulung in die Grundschule ermittelt werden. Moderne Lernkonzepte mit Gamification-Ansätzen hält in naher Zukunft Einzug in den Lehrplan und sind die Regel.

Letzte Aktualisierung: November 2023

Die Unternehmensgründungen in allen Branchen je 10.000 Erwerbsfähige bilden die Gründungsintensität.

Ø DE: 28,7

Das Gründungsgeschehen nimmt ab.

Gab es bei den Gründungen keinen besonders starken Corona-Effekt, zeigt sich nun durch die unsichere Wirtschaftslage ein deutlicher Dämpfer in den Gründungszahlen. Berlin schneidet insgesamt noch am stärksten ab, gefolgt von Hamburg, Bremen und Hessen. Die südlichen Innovationsräume können sich nicht so deutlich vom restlichen Westdeutschland absetzen, wie das bei anderen Indikatoren der Fall ist. Positiv fällt Brandenburg auf.

Mit dem Rückgang der Gründungszahlen wird Deutschland langfristig geschwächt. Innovative Köpfe könnten abwandern und an gründungsfreundlichen Standorten ihre Ideen verwirklichen.

Deutschland muss die Gründerkultur wieder neu etablieren. Das kann über Entrepreneurship-Zentren an den Hochschulen aber auch schon im jüngeren Alter an Schulen über entsprechende Angebote geschehen.

aktualisiert
Letzte Aktualisierung: November 2024
Letzte Aktualisierung: November 2024

Die Quote der Schüler:innen in Ganztagsschulen wird angegeben als der Anteil der Schüler:innen im Ganztagsschulbetrieb an allen Schüler:innen (bezogen auf allgemeinbildende Schulen in öffentlicher Trägerschaft).

Ø DE: 49,7 Prozent

Große Variation der Quote der Schüler:innen in Ganztagsschulen im Bundesgebiet.

Während in Hamburg mit 95,8 Prozent fast alle Schüler:innen im Ganztagesschulbetrieb unterrichtet werden, sind es in Bayern nur 15,2 Prozent. Im Bundesdurchschnitt geht fast die Hälfte der Schüler:innen auf Ganztagsschulen. Während sich der Bundesdurchschnitt kaum verändert, erhöhte sich der Anteil in Sachsen,Hessen und Schleswig-Holstein von einem unterschiedlichen Niveau deutlich.

Im jungen Alter werden sehr wichtige Grundlagen für das spätere Leben gelegt. Unsere Bildung ist durch das föderale System Ländersache. Für mehr Chancengleichheit wären mehr Vereinheitlichungen erstrebenswert. Die große Variation in der Quote der Ganztagesbetreuung trägt nicht zu mehr Chancengleichheit bei.

Der Ganztagsschulbetrieb würde Integrationsmöglichkeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Das Erlernen von digitalen Kompetenzen sollten bereits im jungen Alter im Fokus stehen.

aktualisiert
Letzte Aktualisierung: November 2024

Die laufenden Ausgaben (Grundmittel) für Lehre und Forschung umfassen die Mittel, die vor allem der Hochschulträger den Hochschulen für laufende Zwecke zur Verfügung stellt.

Ø DE: 8.810 €

Die Grundfinanzierung steigt, aber nicht überall.

8.810 Euro je Studierenden stehen den Hochschulen im Bundesdurchschnitt an Grundmitteln zur Verfügung. Im Jahr 2021 war Sachsen-Anhalt noch Spitzenreiter, seitdem fielen die Grundmittel dort stark. In 9 der 16 Bundesländer waren die Grundmittel je Studierenden im Jahr 2022 höher als noch 2019. Die stärksten Zuwächse verzeichneten das Saarland (28 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (27 Prozent).

Mit den Grundmitteln decken die Hochschulen ihren Grundbedarf, nutzen also auch Mittel für die Grundlagenforschung. Gehen die Mittel zurück, stehen die Hochschulen vor einem Finanzierungsproblem, falls diese nicht durch Drittmittel ausgeglichen werden.

Die Grundlagenforschung sollte gleichmäßig gestärkt werden, um zu einer offenen Forschungskultur beizutragen. Dafür sind die Grundmittel eine wichtige Säule.

aktualisiert
Letzte Aktualisierung: November 2024

Der Anteil der Schulabgänger:innen ohne Hauptschulabschluss gibt an, wie viele Schulabgänger:innen keinen Abschluss erworben haben.

Ø DE: 7,1 Prozent

In den Schulabgänger:innen ohne Abschluss schlummert großes Potenzial

Im Bundesdurchschnitt steigt die Quote der Schulabgänger:innen ohne Abschluss im dritten Jahr in Folge auf nun 7,1 Prozent. Die niedrigste Quote erreicht Bayern. Aber auch dort verlassen mit 5,3 Prozent der Schulabgänger:innen mehr Abgänger:innen die Schule ohne Abschluss als noch im Vorjahr. In Sachsen-Anhalt (12,5 Prozent), Thüringen (10 Prozent) und Meckenburg-Vorpommern (9,9 Prozent) ist es hingegen mindestens jeder zehnte.

Noch immer verlassen jedes Jahr rund 50.000 Schulabgänger:innen die Schule ohne zumindest einen Hauptschulabschluss erlangt zu haben. Das ist zu viel, wenn man bedenkt, dass Bildung letztendlich der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist. Zwar wird nicht jeder Abgänger arbeitslos, aber gut ausgebildete Fachkräfte werden händeringend gesucht.

Die frühkindliche Bildung und die Orientierung für junge Erwachsene muss wieder verbessert werden, um die Quote der Schulabgänger:innen ohne Abschluss deutlich zu reduzieren. Dazu können etwa Betriebsbesichtigungen oder Tage oder offenen Tür beitragen.