Das Szenario 2035
Deutschland erlebt eine Innovationsrenaissance. ‚Created by Germany‘ ist das neue Qualitätssiegel. Der Innovationsgrad, die Produktivität und wirtschaftliche Kreativität sind hoch. Unser industrieller Kern wird durch Industrie 4.0 weiterentwickelt. Es entstehen datenbasierte neue Geschäftsmodelle und neue Schlüsseltechnologien.
Die Empfehlungen
- Sprunginnovationen gezielt fördern. Regulierung testen, dann Reallabore in Praxis umsetzen.
- Investitionen in F&E auf 3,5 Prozent des BIP. Höhere Anreize für Wagniskapital und Digitalisierung.
- Digitale Transformation durch KfW fördern, Wettbewerbsrecht anpassen, KMU beraten.
- Gründungen erleichtern und e-Government vorantreiben.
Die Patentanmeldungen werden als Anzahl der Anmeldungen durch Bewohner:innen ausgewiesen sowie in Relation zur Einwohner:innenzahl gesetzt.
China dominiert das internationale Patentgeschehen.
Die Bewohner:innen Chinas meldeten insgesamt über 1,4 Millionen Patente im Jahr 2021 an. In Deutschland waren es knapp 40.000. Auch Die Vereinigten Staaten und Japan liegen deutlich vor Deutschland. Während die Anmeldungen in Deutschland, Japan und den USA seit 2019 zurückgingen, verbuchte China ein Wachstum von knapp 15 Prozent.
Patentanmeldungen sind in gewisser Weise das Resultat erfolgreicher Forschung und Entwicklung, denn Personen oder Unternehmen versprechen sich von einer Anmeldung eine Schutzwirkung für ein marktreifes Produkt. Gehen die Patentanmeldungen zurück ist das auch als Warnsignal für eine zurückgehende Innovationstätigkeit zu sehen.
Die Rahmenbedingungen für Erfinder und Erfinderinnen sollten verbessert werden. Das kann etwa über die verstärkte Verbreitung von Reallaboren geschehen.
Japans Bevölkerung ist eigentlicher Patentchampion.
Setzt man die Patente in Relation zur Größe der Bevölkerung meldet Japan fast 80 Prozent mehr an als China. Deutschland hat in der relativen Betrachtungsweise einen deutlich geringeren Rückstand auf die USA. Der OECD-Durchschnitt wird unter anderem durch die hohe Anzahl an US-amerikanischen Patentanmeldungen hochgezogen. Wie bei den absoluten Anmeldungen zeigt sich in vielen Ländern ein relativer Rückgang des Patentgeschehens, während China stark aufholt.
Eine rückläufigen Patentgeschehen ist ein Indiz für ein geschwächtes Innovationsökosystem. Innovation ist eine der großen historischen Stärken Deutschlands.
Die IKT-Patentanmeldungen werden als Anzahl der Anmeldungen durch die Bewohner:innen in Relation zur Bevölkerungszahl ausgewiesen. IKT steht für Informations- und Kommunikationstechnik.
Japan ist auch besonders stark bei IKT-Patenten.
In Deutschland werden etwas weniger IKT-Patente als im OECD-Durchschnitt angemeldet. Neben Japan liegen auch Schweden, die USA und die Schweiz vor Deutschland. Die IKT-Patentanmeldungen gingen 2020 weltweit um etwa 30 Prozent zurück. Besonders drastisch zeigt sich das in Schweden.
Die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnik nimmt durch den Megatrend der Digitalisierung stark zu. Es ist also wichtig mit der Entwicklung Schritt zu halten. In Deutschland hat der IKT-Sektor einen geringeren Anteil am Bruttoinlandsprodukt als etwa in Schweden.
Mit verbesserten Rahmenbedingungen für Innovation und einer verbesserten digitalen Infrastruktur hätten deutsche Anmelder:innen bessere Chancen aufzuholen.
Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Ø DE: 3,1 ProzentIn Deutschland gibt es ein deutliches Süd-Nord-Gefälle.
Während in Bayern 3,4 und in Baden-Württemberg sogar 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung fließen, sind es in Sachsen-Anhalt nur 1,6 Prozent. Maßgeblich verantwortlich für die hohen Werte in Bayern und Baden-Württemberg ist der Sektor Wirtschaft.
Für die Etablierung neuer innovativer Produkte und Dienstleistungen ist die Forschung und Entwicklung essenziell. Die ohnehin schon wirtschaftsstarken südlichen Bundesländer, haben damit gute Voraussetzungen ihre Position zu verteidigen. Insgesamt verfehlt Deutschland das Ziel der Bundesregierung von 3,5 Prozent aber noch.
Für gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland wäre neben einem erhöhten Niveau insgesamt, auch eine gleichmäßigere Verteilung wünschenswert. Dafür sollten aber in erster Linie Anreize geschaffen werden, damit die schwächeren Bundesländer aufholen können und somit auch der Bundesdurchschnitt steigt. Das könnte etwa über steuerliche Anreize geschehen.
Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Ø DE: 0,46 ProzentInterne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Ø DE: 0,57 ProzentInterne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Ø DE: 2,12 ProzentInterne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Der Anteil des BIP, der in Deutschland für Forschung und Entwicklung ausgegeben wird, stagniert seit Jahren. Die Wirtschaft trägt den größten Teil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung.
Während der Staat in Ostdeutschland zum Teil für die niedrigeren Ausgaben der Wirtschaft kompensiert, sind wiederum in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen die Ausgaben der Wirtschaft am höchsten. Die Ausgaben aus dem Sektor Hochschulen sind besonders in Berlin, Sachsen und Thüringen hoch.
Staatliche Ausgaben sollten private Ausgaben nicht verdrängen, aber an gewissen Stellen unterstützen, um etwa Großprojekte voranzubringen.
Interne Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind Mittel, die für Forschung und Entwicklung im Inland oder innerhalb eines bestimmten Sektors (Wirtschaft, Hochschulen, Staat und priv. Organisationen) verwendet werden.
Deutschland überdurchschnittlich, aber rückläufig.
Im Ländervergleich liegt Deutschland mit einer F&E-Quote von 3,1 Prozent nur auf Position sechs. Im Vergleich zu 2019, wo Deutschland noch vor den Vereinigten Staaten lag, hat sich zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten mittlerweile eine deutliche Lücke zu Ungunsten Deutschlands aufgetan. China holt kontinuierlich auf.
Geringere Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Vergleich zu relevanten Wettbewerbern können langfristig Auswirkungen auf die Wohlstandsverteilung haben. Wenn sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtern, ist auch eine Verlagerung der Forschung und Entwicklung deutscher Unternehmen ins Ausland nicht auszuschließen. Der ausgezeichnete Ruf Deutschlands für seine Forscher:innen ist nach wie vor ein Grund, warum viele Unternehmen hier ansässig sind.
Es gilt den exzellenten Ruf zu verteidigen. Mit der richtigen Anreizsetzung kann verhindert werden, dass Forschung und Entwicklung in Deutschland an Bedeutung verlieren.
Die Unternehmensgründungen in technologie- und wissensintensiven Branchen je 10.000 Erwerbsfähige bilden die High-Tech-Gründungsintensität. Zu den Branchen zählen technologieorientierte Dienstleister und forschungsintensive Industrien.
Ø DE: 2,0Bedrohlicher Trend bei den Gründungen
Die High-Tech-Gründungen sind von 2021 auf 2022 um 20 Prozent zurückgegangen. Das Gründungsgeschehen wird durch hohe Energiekosten und hohe Inflation aber auch Lieferkettenprobleme beeinflusst. Am stärksten schneiden aktuell die Stadtstaaten Berlin und Hamburg ab. In Berlin sind die High-Tech-Gründungen aber sogar um 24 Prozent zurückgegangen. Unter den Flächenländern erreichen Bayern und Hessen die besten Werte. Ohnehin schon strukturschwächere Regionen in Deutschland schneiden eher schwach ab.
Zum wirtschaftlichen Prozess gehört ständige Erneuerung. Leidet das Gründungsgeschehen wird die Erneuerungskraft der Wirtschaft geschwächt. Von High-Tech-Gründungen können aber oft besonders große Innovationsimpulse ausgehen.
Das Gründungsgeschehen kann durch eine verschlankte Bürokratie angeregt werden. Es ist zudem wichtig, dass Gründer:innen wettbewerbsfähige Energie- und Rohstoffpreise vorfinden.
Der eGovernment Benchmark bewertet die Fortschritt europäischer Länder bei digitalen Verwaltungsleistungen. Ausgewiesen wird das durchschnittliche Ergebnis auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent.
Das kleine Estland ganz groß.
Digitale Verwaltungsleistungen werden besonders in Estland angeboten. Der Staat im Baltikum gilt als Vorreiter und erreicht bereits einen Wert von 92 Prozent. Deutschland liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt, und droht den Anschluss an das Mittelfeld zu verlieren. Im letzten Jahr gab es kaum Verbesserungen.
Durch digitale Verwaltungsleistungen kann ein entscheidender Schritt zur Verschlankung bürokratischer Prozesse unternommen werden. Unternehmen in Deutschland bezeichnen die Bürokratie regelmäßig als eine ihrer größten Hürden.
Der Gesetzgeber sollte die rechtssichere Durchführung von Amtsgängen möglich machen.
Die KI-Readiness misst den Anteil der Unternehmen mit mindestens zwei Schlagworttreffern zum Thema "Künstliche Intelligenz" auf der Website an allen Unternehmen.
Ø DE: 2,1 ProzentStadtstaaten und Hessen können KI, der Osten hinkt hinterher.
Studien zeigen, dass rund jedes fünfte Unternehmen in Deutschland aktiver Nutzer Künstlicher Intelligenz (KI) ist. Mit der KI-Readiness wird hingegen approximiert welcher Anteil der Unternehmen beispielsweise ein Geschäftsmodell basierend auf KI betreibt oder in sonstiger Form sehr stark mit Themen rund im KI zu tun hat. Die KI-Readiness ist in den Stadtstaaten im Durchschnitt höher als in Flächenländern. In Ostdeutschland erreicht Sachsen den besten Wert. Bayern ist das stärkste Flächenland.
In der Nutzung digitaler Technologien schlummert ein riesiges Potenzial. Die Bruttowertschöpfung Deutschlands könnte durch die Nutzung generativer KI um 330 Milliarden Euro wachsen. Bisher nutzen aber vergleichsweise wenige Unternehmen KI.
Die Vorteile der Nutzung Künstlicher Intelligenz könnten etwa über KI-Hubs an den deutschen Mittelstand vermittelt werden.
Die Digital-Startup-Dichte gibt die Anzahl der Startups mit digitalem Geschäftsmodell je 10.000 Erwerbsfähige (15- bis unter 65-Jährige) an. Als digitale Geschäftsmodelle gelten die Bereiche SaaS (Software-as-a-Service), Plattform und E-Commerce.
Ø DE: 2,7Berlin, Hamburg und Bayern mit stärkster Digital-Startup-Szene.
In Berlin gibt es mit 12,1 Startups mit digitalem Geschäftsmodell je 10.000 Erwerbsfähige mehr als viermal so viel Startups, wie im Bundesdurchschnitt von 2,7. Brandenburg profitiert von Ausstrahlungseffekten. Neben Berlin schneidet auch Hamburg stark ab. Unter den Flächenländern erreicht Bayern den besten Wert.
Digitale Startups mit disruptiven Geschäftsmodell sind wichtig für die ständige Erneuerung der Wirtschaft. Sie können neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen, wenn sie sich etablieren. Bürokratie und Rahmenbedingungen machen es Gründer:innen jedoch aktuell schwer.
Verschlankte bürokratische Prozesse und ein Ausbau der digitalen Infrastruktur könnten die Gründung digitaler Startups begünstigen.